Robert Bauer Photography – The more you keep your eyes open the more you are aware of life.
FESTUNG SCHWEIZ (15.06.2026)
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54% stimmten gegen die 10 Millionen-Einwohnergrenze.
NZZ:
Das war zwar deutlich, aber trotzdem ziemlich knapp!
Zitat aus der NZZ:
“Im Vergleich mit der Abstimmung zur Masseneinwanderungsinitiative (MEI), welche im Jahr 2014 knapp angenommen wurde, waren dieses Mal die Städte und das Tessin ausschlaggebend. Zürich und Bern lehnten die damalige Vorlage der SVP schon vor zwölf Jahren klar ab. Dennoch stimmte 2014 auch in den Städten noch ein beachtlicher Anteil der Bevölkerung mit Ja. Bei der Vorlage zur 10-Millionen-Schweiz ist der Ja-Anteil nun stark gesunken.
In Zürich stimmten statt 33 Prozent wie bei der MEI nur noch 24 Prozent mit Ja. In Bern sank der Ja-Anteil von 28 auf 16 Prozent. Entscheidend war auch das Tessin, das 2014 ein klares Ja einlegte und bei der jetzigen Abstimmung nur noch knapp mit Ja votierte. So stimmte Lugano 2014 noch mit 67 Prozent für die Zuwanderungsinitiative der SVP, 2026 waren es nur noch 48 Prozent.
In den Städten wurde aber keineswegs überall besser mobilisiert – im Gegenteil. Im Vergleich mit 2014 war die Mobilisierung nur in den Deutschschweizer Städten höher. In Zürich, Bern und Luzern stieg die Stimmbeteiligung um 10 Prozentpunkte. In Lausanne und Genf sank sie leicht.
In den ländlichen Gemeinden mit hohem Ja-Anteil war die Mobilisierung hingegen fast überall hoch. Der SVP gelang es also, mehr Leute an die Urne zu bringen. Genützt hat es jedoch nichts, der Meinungsumschwung war größer.“
Wat nu?
Ehrliche Antwort: Ich weiß es nicht. Es hat sich allerdings bestätigt, was in den Umfragen und Studien bereits zum Ausdruck kam. Es waren diejenigen dafür, bei denen “das Problem” gar nicht oder wenig augenscheinlich war. Und die sitzen mehrheitlich in der ländlichen Deutschschweiz, nicht in den Städten. Denn Zürich, Bern, Basel & Co. haben mit ganz großer Mehrheit mit NEIN gestimmt, was leicht nachvollziehbar ist. Denn es ist schlechterdings die gute! Lebenserfahrung im Umgang mit (zum Teil hochqualifizierten) Ausländern, ohne die die Schweizer Wirtschaft nicht funktionieren würde. Die Welschen waren mehrheitlich auch dagegen, was ebenfalls nicht verwundert, sondern der Tradition entspricht. Und selbst bei den Tessinern, ein Volk für sich, hat sich ein Meinungsumschwung gegenüber dem letzten Ausländer-Referendum ergeben. Trotz horrender Immobilienpreise und Wohnungsnot für die eigene Bevölkerung ist gerade das Tessin in hohem Maße von italienischen und damit EU-Ressourcen abhängig, ohne die namentlich der Tourismus in diesem wunderschönen Kanton kaum existieren könnte.
Was lernen wir daraus für Deutschland?
Viel! Man kann’s in einem einzigen Satz zementieren: Ein Industrieland wie Deutschland, drittgrößte Volkswirtschaft dieser Erde, inmitten Europas von 9 Nachbarländern umgeben und mit einer einzigartigen Geschichte und historischen Verantwortung im Rucksack darf einen solchen Gedanken, über den die Schweizer das Stimmvolk haben entscheiden lassen, nicht einmal ansatzweise verfolgen. Suizidgedanken, Lust am Untergang? Es gibt in diesem Land nicht wenige, die haben keine Skrupel, an sich Unvorstellbares ohne Weiteres auszutesten. Als hätten wir in den letzten 100 Jahren nichts dazugelernt. Aber genau das ist anscheinend der Punkt. Und wenn die AfD demnächst auch noch die Schulpflicht abschafft, dann sind der Dummheit erst recht keine Grenzen mehr gesetzt. Letzteres hat bereits Einstein festgestellt:
“Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.”