Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

– Das gilt erst recht im übertragenen Sinne außerhalb des “Waldes” –

 

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My Art of Vision Newsletter (10.12.2023)

 

 

"Meine" Schlingbuche auf dem Großen Feldberg im Taunus. Zu jeder Jahreszeit ein erhabener Anblick.
“Meine” Schlingbuche auf dem Großen Feldberg im Taunus. Zu jeder Jahreszeit ein erhabener Anblick.

 

Der deutsche Wald sei krank, so heißt es. Hessen hat den größten Waldanteil aller deutschen Länder, also sei Hessen diesbezüglich besonders krank.

Ja, es ist tatsächlich so, man kann es nicht übersehen. Seit vielen Jahren fahre ich immer wieder mal von HG auf das Plateau des Großen Feldberg im Taunus. Früher führte die Straße weitgehend durch einen geschlossenen dunklen Fichtenwald; heute ist an vielen Hängen nichts mehr davon übrig. “Clear cut” heißt das im Neudeutschen.

Die Rede ist nicht von gesunden Bäumen, die in der Holzwirtschaft Verwendung finden können, sondern von abgestorbenen Fichten, welche dem Wetter und dem Borkenkäfer zum Opfer fielen.

Ganz oben auf dem Gipfel stehen allerdings noch Laubbäume, u.a. alte verkrumpelte Buchen, die bereits vielen Stürmen Stand halten mussten. Im Augenblick zeigen sie sich besonders fotogen, was Ihr Euch im Anhang anschauen könnt.

Wer im übertragenen Sinne “den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht”, hat schlechterdings die Orientierung verloren und redet meistens wirres Zeug. Das gilt nicht zuletzt für so genannte “Experten”; es gibt (schwäbisch ausgedrückt) sotte und sotte – solche, die tatsächlich welche sind, und solche, die sich dafür halten.

Zur Aufmunterung überlasse ich Euch die Einschätzung der FAZ über einen Fußballexperten, der beides ist und alles und jedes erklären kann. Sein besonderes Markenzeichen ist nämlich die Flexibilität. Was man bekanntlich auch in der Politik gut gebrauchen kann. Beweis: Ein oft und gern zitiertes Beispiel ist der Konrad Adenauer zugeschriebene Ausspruch: “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern”. Er passt bis heute oftmals in die jeweils aktuelle politische Landschaft, enthält eine Portion geschicktes Abrücken von einst eingenommenen, aber überholten Haltungen und sabotiert zugleich jegliches weitere Worthalten in der Zukunft. Aber zurück zum Fußball:

 

 

Die vollständige Abhandlung findet Ihr als JPG: HIER (klicken). Genießt es einfach und wundert Euch nicht.

A bissle Politik und Realsatire müssen aber noch sein. Man(n) kann das Geschäft nicht allein NUHR im ERSTEN & Co. überlassen. Dabei will ich versuchen, möglichst im Eingangsbild zu bleiben, und nehme ein aktuelles (klassisches) Beispiel, bei dem fast alle mitreden können: Schulden und Schuldenbremse. *seufznichtschonwieder*

Das Bundesverfassungsgericht hat neulich dazu etwas ausgeurteilt, was für die Regierung und die sie tragenden Fraktionen im Parlament, obwohl dieses als Verfassungsgesetzgeber die Regeln selbst in das GG geschrieben hat, ziemlich überraschend kam. Viele Mandatsträger haben sich damit zwischenzeitlich “ehrfürchtig” auseinandergesetzt, viele jedoch nicht. Und manche haben davon offensichtlich wenig verstanden.

Jedenfalls hat der SPD-Parteitag am WE beschlossen, für 2024 (und damit implizit 2025 ff) a priori erneut die “Notlage” auszurufen, sodass weiterhin ungebremst Staatsschulden aufgenommen werden können sollen (grrrr … amtsdeutsch pur)”. Es gibt zwar noch keinen Haushalt, nicht einmal ansatzweise, aber die Not herrscht aus Sicht der Kanzlerpartei per definitionem überall dort, wo es zusammen mit den anderen Parteien in der Ampel nicht gelingt, mit den geschätzt rund 1 Billion Euronen gesamtes Steueraufkommen für 2024 auszukommen. Das Geld ist einfach viel zu wenig.

Ergo haben die Genossen mit diesem Beschluss, der erklärtermaßen kein imperatives Mandat darstellt, insoweit ihrem Kanzler den Rücken gestärkt; sprich: er möge darüber solange verhandeln, bis die Gegenseite …. an einem noch unbestimmten Tag im neuen Jahr, aber wahrscheinlich wieder so gegen 4:30 Uhr früh im Kanzleramt völlig ausgepowert unter dem Tisch liegt und dann nolens volens die finale Zustimmung erklärt. Dass ein solcher Fall dann sicherlich wieder beim Verfassungsgericht landen dürfte, spielt dabei (noch) keine Rolle. 🙁 Wie gehen wir damit um? Ist der SPD noch zu helfen? Klaro!

Vorschlag: Als ultimo ratio könnte vielleicht nützlich sein, nicht Lothar Matthäus, sondern einem “richtigen Experten” zuzuhören, der als ehemaliger Verfassungsrichter a.D. und Seniorprofessor distinctus für Staats- und Steuerrecht grosso modo das zum Ausdruck bringt, wozu seine aktiven KollegInnen qua Amt außerhalb ihrer engen richterlichen Zuständigkeit keine Gelegenheit haben. Den vollständigen Artikel verlinke ich:

 

 

Ja, es steht nicht nur schlecht um den deutschen Wald, sondern um die deutsche Zukunft schlechthin … z.B. bei der Energieversorgung, bei der Infrastruktur ganz allgemein und der Bahn im Besonderen, seit langem in der Verteidigung, der Bildung sowieso, der Altersversorgung, der Gesundheit und der Pflege … und – trotz oder auch wegen Lothar Matthäus – beim Fußball.

Um weiterhin im Bild zu bleiben, folgender adventliche

 

Schlussgedanke

Im Taunus hat man großflächig begonnen, anstelle der entnommenen toten Fichten ausgesuchte, künftig klimaresistentere Jungbäume zu pflanzen, die in 30, 50 oder 100 Jahren den Status quo ante wiederherstellen sollen. Dass das nicht ohne weiteres aus dem normalen Haushalt von Hessen Forst bezahlt werden kann, steht außer Frage. Wenn wir jedoch unsere Kinder und Enkelkinder fragen, ob sie ernsthafte Einwände dagegen erheben, dass die Rechnung zu einem gewissen Anteil gestundet wird, sollte es an Verständnis nicht gänzlich fehlen. Ansonsten müssen wir die notwendige Reparatur des Waldes, dort wo es noch Erfolg verspricht, in laufender Rechnung bezahlen und dabei – dem Verursacherprinzip folgend – aus unserem eigenen Einkommen finanzieren. Wer sonst?

Ja, es gibt viele gute Ideen, und viele sind per se sogar mit den Landwirten umsetzbar, die unsere wichtigsten Landschaftspfleger sind und bleiben werden.

Beispielsweise hat man in Niedersachsen begonnen, ehemalige trocken gelegte Moore wieder zu vernässen, und zwar in der Weise, dass trotzdem eine nachhaltige Viehwirtschaft möglich ist. Angestrebt wird eine win-win Situation, bei der möglichst alle einen Nutzen haben. Dass das logischerweise nicht für den Nuller zu haben ist, liegt auf der Hand. Wenn wir das aber jetzt und heute tun müssen und sogar ziemlich schnell einen messbaren Nutzen davon haben können, dann sollte es uns gelingen, (zu Lasten kontraproduktiver Subventionen) die dafür notwendigen Steuermittel aufzubringen.

Ja, wir müssen “unseren deutschen Wald” wieder gesund aufforsten und dürften nicht mehr mit der zivilisatorischen Motorsäge Kahlschlag betreiben oder gar vorsätzlich oder fahrlässig Brandstiftung herbeiführen.

Bäume sind etwas ganz Großartiges. Ich bin das ganze Jahr über öfters in der Natur unterwegs und achte dabei auf unsere noch reichhaltigen und vielfältigen Baumbestände, die einzeln oder im Verbund im Wechsel der Jahreszeiten und bei unterschiedlichem Licht tolle Bilder abgeben. Eine kleine Auswahl davon habe ich im Anhang zusammengestellt.

 

 

English Translation

In the Taunus, large areas have begun to be planted by selected young trees that will be more climate-resistant in the future in place of the dead spruce trees that were removed, with the aim of restoring the status quo ante in 30, 50 or 100 years.

There is no doubt that this cannot easily be paid for from Hessen Forst’s normal budget. However, if we ask our children and grandchildren whether they have serious objections to deferring a certain proportion of the bill, there should not be a complete lack of understanding.

Otherwise, we will have to pay for the necessary repairs to the forest, where it still promises to be successful, on an ongoing basis and – following the polluter pays principle – finance it from our own income. Who else?

Yes, there are many good ideas, and many of them can even be realised with farmers, who are and will remain our most important landscape conservationists.

In Lower Saxony, for example, a start has been made on rewetting former drained moors in such a way that sustainable livestock farming is still possible. The aim is to create a win-win situation in which everyone benefits as much as possible. It is obvious that this cannot be achieved for nothing.

But if we have to do this now and today and can even reap measurable benefits from it fairly quickly, then we should be able to raise the necessary tax revenue (at the expense of counterproductive subsidies).

Yes, we must reforest “our German forest” in a healthy way and should no longer clear-cut with the chainsaw of civilisation or even deliberately or negligently cause arson.

Trees are a wonderful thing. Throughout the year, I am often out and about in nature, looking at our still rich and diverse tree population, which individually or in combination make great pictures as the seasons change and in different light. I have put together a small selection of these in the appendix.

 

 

 

Bildanhang (Appendix)

Ausgesuchte Baumperspektiven, aufgenommen im Taunus, in den Rheinauen bei Trebur, Biebesheim und WI-Schierstein sowie bei Bad Wildungen südlich von Kassel.

 

 

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