+ Nicht jedes Bild ist per se “manipuliert”, aber meistens “optimiert”. +
(Optimiert für FullHD – 1920x1080Pix – und Smartphone + Full Screen. Bei 27 Zoll-Bildschirmen auf 120% vergrößern. Empfohlener Browser: FIREFOX.)

RAW-Dateien, das sind “Kamera-Rohbilddateien”, wie sie die Digitalkamera auf die Speicherkarte geschrieben hat, sind für unsere Augen unansehnlich, wenn sie nicht in ein für die Bildschirmanzeige darstellbares Format transformiert werden, zum Beispiel JPG (Standard). Letzteres wird bereits in der Kamera selbst generiert, damit wir uns eine Bildvorschau auf dem Kameradisplay anschauen können. RAW-Konverter wie Adobe Lightroom bzw. PHOTOSHOP in Verbindung mit Camera RAW machen im Prinzip nix Anderes, natürlich unter Berücksichtigung aller Einstellungen, die wir im Programm vornehmen. Und das ist mehr oder weniger unabdingbar, weil RAWs zunächst häufig suboptimal (matschig, falschbelichtet, unpassendes Farbprofil, unscharf, grobkörnig etc.) daherkommen. Bis am Ende das Bild herauskommt, was wir meinen, gesehen zu haben bzw. “am liebsten gesehen hätten”, ist manchmal einiges an Arbeit am Rechner erforderlich. Diese Arbeiten waren in der analogen Welt zwar andere (Fotolabor), aber namentlich bei Negativen, die anschließend auf Fotopapier ausbelichtet wurden, war der Output selbstverständlich ebenfalls vom Input abhängig. Ausnahmen waren Diapositive, zumal solche, die wie bei KODACHROME über Jahrzehnte hinweg immer gleich nach dem demselben Muster entwickelt wurden, sodass wir noch heute KODACHROME-Dias aus den 30ern des letzten Jahrhunderts anschauen können, deren Farben sich – in fast 100 Jahren – kaum verändert haben.
KREATIVE Fotografie – mit der Kamera und vor dem Bildschirm
Bevor ich der Versuchung nicht widerstehen kann, eine abstrakte Abhandlung im Sinne eines Beamtenschriftsatzes zu verfassen, gucken wir doch lieber auf das Vogel-Pano oben, damit verständlich wird, was ich meine und womit man sich wirklich kreativ beschäftigen kann.
Frage: Ist das Bild authentisch?
Gegenfrage: Welche Definition von “authentisch” im Sinne von “wirklich wahr” legen wir zugrunde?
Es gibt keinen absoluten Maßstab – die Welt ist EINSTEIN, “relativ”.
Antwort: Beide Bildkomponenten links und rechts hat die Kamera fotografiert; Adobe Firefly (KI) hat sie nicht frei erfunden.
Allerdings: Genau so, wie es das Endprodukt suggeriert, hat es die Kamera (in einer einzigen Aufnahme) nicht gleichzeitig gesehen.
Konkret: Zwischen beiden Motiven liegt deutlich mehr Abstand (blauer Himmel) als nur ein paar Meter.
Technisch: So ähnlich wie in der klassischen Panoramafotografie, bei der die Einzelbilder überlappend fotografiert und anschließend zusammenmontiert werden, hat es das Programm hier auch gemacht. Der Himmel wurde zudem ergänzend von mir händisch so angepasst, dass gleiche Farbtöne links und rechts einen fließenden Übergang ermöglichen. Abgesehen von kleineren Retouchen, die man immer macht, steckt aber nicht mehr dahinter.
Solche Spielereien sind immer dann kein Problem, wenn der Hintergrund für ein Composing “neutral” ist, was beispielsweise bei meinen kreativen Circus-Bildern der Fall ist. 🙂
Kommen wir zum eigentlichen Thema: Authentizität (im engeren Sinne)
Die Industrie arbeitet schon länger an einem fälschungssicheren technischen Standard, der bei Bilddateien in Bezug auf jeden Bearbeitungsschritt dokumentieren soll, ob und ggf. inwieweit von der ursprünglichen Version des Bildautors abgewichen wurde. Vereinfacht gesprochen soll dabei ein gesondertes Kapitel den Metadateien einer Bilddatei in der Weise hinzugefügt werden, dass es jedem, der damit umgehen kann, eindeutige Hinweise gibt, welchen Bearbeitungszyklus eine Bilddatei durchlaufen hat, sodass sich der Adressat selber eine Meinung bilden kann, wie er damit umgehen will. Ganz wichtig in Bezug auf KI ist: ADOBE hat zugesichert, dass alle Bilder, die ausschließlich oder ganz überwiegend von FIREFLY generiert (gerechnet) wurden, in den Metadateien eindeutig als solche bezeichnet werden sollen.
Das Tool, von dem ich spreche, nennt sich CONTENT Credentials, oder abgekürzt CR. Die Einzelheiten dazu hänge ich unten an.
Die LEICA AG gehört auch zum CR-Club, der diesen Standard entwickelt (hat). Aber damit nicht genug. LEICA ist angabegemäß der erste Kamerahersteller der Welt, der CR ab sofort in (neue) Kameras implementiert: Halleluja!! Ein Gruß nach Wetzlar! *Respekt* Andere Kamerahersteller wollen dem Beispiel folgen.
Ein erster Kommentar dazu:
WOW!! Das ist – mal ganz vorsichtig gesprochen – ein erster Quantensprung, um letztlich einen Standard zu schaffen, mit dem Bildautoren und alle, die mit Bildern professionell arbeiten, unter dem Gesichtspunkt des Bildurheberrechts hoffentlich besser werden leben können. Alles hat zwar seine Grenzen; aber die Latte sollte schon so hoch wie möglich gehängt werden.
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